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Sie seufzte breit lächelnd.
Dann fiel ihr Blick auf die Uhr und sie sprang aus dem Bett.
„Bleib doch noch!“
Mit einem Angela-Merkel-Mund dachte sie: Ich muss gleich zu Hause das Beziehung öffnen thematisieren!
Denn sie wollte nicht wieder mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern den Satz hören: „Wo warst du?!?!“
Geht’s dir auch so?
Du hast eine Affäre, die Last des Doppellebens drückt schwerer auf deinen Rücken als ein riesiger Sack Kartoffeln.
Deshalb willst du nun über das Beziehung öffnen ein Gespräch mit deinem/deiner Partner/in führen.
Stopp!
Du spielst bereits mit dem Feuer.
Wenn du das Beziehung öffnen ansprechen willst, aber dir die Finger nicht verbrennen, nicht ein ganzes Lager voller Kartoffeln auf deinem Rücken spüren und deine Ehe sowie die Affäre nicht noch mehr gefährden willst, dann beantworte zuerst meine Fragen.
Warum?
Wenn du dich jetzt in nur 5 Minuten deiner Zeit mit diesen Fragen und dadurch mit der offenen Beziehung aus psychologischer Sicht auseinandersetzt, wirst du erfahren:
- Wann es besser ist, eine monogame Beziehung zu öffnen oder sich zu trennen.
- Welche 8 Vorteile dir und deinem Beziehungsmenschen entgehen, wenn ihr es nicht wagt, eure Beziehung zu öffnen.
- Ob du bereit bist, in einer offenen Beziehung 8 Nachteile in Kauf zu nehmen, um dich erleichtert und frei zu fühlen.
Und dann wirst du besser entscheiden können, wann für dich eine offene Beziehung sinnvoll ist – ohne durch ihre Herausforderungen unglücklicher als jetzt zu werden.
Legen wir los.
Ist es besser, die monogame Beziehung zu öffnen oder sich zu trennen?
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Beziehung öffnen?
Oder solltet ihr besser eine Paartherapie machen?
Damit du das für dich herausfindest, muss ich dir zuerst eins sagen:
Wenn du dir diese Frage stellst, dann bist du ein sehr verantwortungsvoller Mensch.
Klingt komisch?
Schließlich befürchtest du - oder wird dir tatsächlich vorgeworfen – du wärest ein verantwortungsloser und egoistischer Mensch.
Nach vielen Jahren in deiner Ehe hast du dich plötzlich in einen anderen Menschen verliebt.
Du hast dich in eine Affäre eingelassen.
Sie fühlt sich an wie ein einziges Abenteuer.
Weil du bei jeder Form des Kontaktes zu dieser anderen Person sofort Flattertiere im Bauch spürst.
Weil die Sexualität phänomenal ist und du Sachen ausprobieren kannst, die in deiner Ehe nicht möglich wären.
Weil du dich besser verstanden und emotional dieser außenstehenden Person näher fühlst als dem Menschen, mit dem du verheiratet bist.
Aber du empfindest auch noch eine andere Form von Liebe für die Person, mit welcher du Kinder und ein noch nicht abbezahltes Haus hast.
Die Ehe ist wie eine jahrzehntelange Freundschaft.
Im Bett musst du das Gähnen vor Langeweile unterdrücken. Oder seit den Kindern ist nichts mehr gelaufen.
Durch die Affäre fühlst du dich plötzlich wieder lebendig.
Du staunst, was alles möglich ist mit einer anderen Frau, einem anderen Mann - oder einer nichtbinären Person (die sich weder weiblich noch männlich sieht).
Wenn du als Frau plötzlich in eine Frau verliebt bist, entdeckst du dich ganz neu und sagst dir: „Endlich fühle ich mich angekommen.“
Viele suchen dann das Heil in einer offenen Beziehung nach der Affäre.
Weil alles direkt für die Affäre aufgeben, was du dir aufgebaut hast?
Nein, das kannst du dir nicht vorstellen.
Das zeugt von einem verantwortungsvollen Handeln!
Denn du wägst ab.
Du willst nicht unnötig verletzen.
Du willst keinen impulsiven Schnellschuss machen, den du später bereust.
Gleichzeitig kannst und willst du die Affäre nicht einfach beenden.
Du würdest zu viel von dir aufgeben.
Und die Gefühle sind nun mal da, du kannst sie nicht einfach unterdrücken.
Aber ist es besser, jetzt die Beziehung zu öffnen?
Wird es dich entlasten vom Stress des Doppellebens und von den Schuldgefühlen?
Oder kommt dadurch doppelter Stress auf dich zu:
Eine Ehe und eine Affäre, in denen du Krisen und Konflikte erleben wirst?
Ist deine Beziehung geeignet, um sie zu öffnen?
Oder wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit daran zerbrechen?
Wäre nicht ein Ende mit Schrecken besser für dich und für alle direkt und indirekt beteiligten Menschen als ein Schrecken ohne Ende?
All diese Fragen, die bei deiner inneren Auseinandersetzung mitschwingen, zeigen:
Du bist ein verantwortungsvoller Mensch.
Wer rein egoistisch und verantwortungslos ist, stellt sich diesen Fragen gar nicht.
Das musste ich erstmal loswerden.
Weil mit Schuldgefühlen, Scham und Selbstabwertungen noch keine einzige Herausforderung gemeistert wurde.
Und du wirst beim Beziehung öffnen mit einem ganzen Strauß von Herausforderungen konfrontiert werden.
Damit sie erblühen wie ein bunter Blumenstrauß, brauchst du Mut, innere Klarheit und die Fähigkeit zur Selbstbestärkung.
Genug der Vorrede.
Jetzt verrate ich dir, woran du erkennen kannst, ob du deine Beziehung öffnen oder dich besser trennen solltest.
Es kann sinnvoll sein, deine Beziehung zu öffnen, wenn IHR BEIDE…
- die Beziehung grundsätzlich als glücklich, liebevoll und stabil erlebt.
- euch gegenseitig vertraut und offen über Sexualität, Eifersucht, Wünsche und Ängste sprechen könnt.
- die Öffnung wirklich wollt und keiner nur zustimmt, um den anderen nicht zu verlieren.
- unterschiedliche sexuelle Wünsche habt, ansonsten aber sehr gut miteinander harmoniert.
- Sexualität mit anderen als Ergänzung und nicht als Ersatz für das betrachtet, was eine Partnerschaft über eine reine Freundschaft oder ein Team hinaus ausmacht.
- die Gefühle für andere Menschen akzeptieren könnt.
- Grenzen auszuhandeln bereits seid, die anschließend auch respektiert werden.
- bereit seid, die Entscheidung regelmäßig zu überprüfen und wieder zu verändern, falls ihr euch nicht gut mit dem Verlauf fühlt.
- wissen wollt, welche sexuelle Orientierung vorhanden ist, um sich ausprobieren zu können, damit klar werden kann: Bleiben wir zusammen oder trennen wir uns? Das Gute ist: Ich berate Frauen, die sich plötzlich in eine andere Frau verliebt haben, bereits seit 30 Jahren. Deshalb kann ich dir sagen: Einer der schlimmsten Fehler ist, aus Angst und Schuldgefühlen zu lange mit dem Ausprobieren zu warten. Viele Frauen sind einfach zu brav. Denn was tut eine Frau in der Wüste, wenn sie eine Schlange sieht? Sie stellt sich hinten an. Und zermürbt ungewollt ihre Ehe.
Eine Trennung sollte ernsthaft erwogen werden, wenn …
- die Beziehung öffnen nur einer will, weil eine Person von euch beiden eigentlich monogam leben möchte und die andere dauerhaft nicht.
- du den Hintergedanken hast: „Entweder wir öffnen die Beziehung oder ich gehe.“
- eine Person von euch beiden einer offenen Beziehung nur aus Angst vor einer Trennung zustimmt.
- bereits eine dritte Person vorhanden ist und die Öffnung der Beziehung dazu dienen soll, eine Affäre nachträglich zu legitimieren.
- Vertrauen durch Lügen oder wiederholtes Fremdgehen massiv beschädigt wurde und daran nicht gearbeitet wird.
- eine Person emotional oder sexuell schon aus der Partnerschaft ausgestiegen ist.
- grundlegende Lebensvorstellungen nicht mehr zusammenpassen.
- Nähe, Respekt oder Liebe bei einer Person oder euch beiden weitgehend verloren gegangen sind.
- der Gedanke an die Affäre vor allem deshalb attraktiv ist, weil du Konflikten in der Partnerschaft ausweichen möchtest.
- eine Person dauerhaft unter der offenen Beziehung leidet, während die andere nicht darauf verzichten möchte.
Besonders schmerzhafte Erlebnisse wird es für dich und für alle beteiligten Personen nach sich ziehen, wenn dein/e Partner/in nach dem Motto handelt: „Ich möchte eigentlich keine offene Beziehung, aber bevor es zur Trennung kommt, probiere ich es.“
Denn es sieht aus wie ein Kompromiss.
Aber was ist, wenn dein/e Partner/in auf grundlegende Bedürfnisse verzichtet, um die Beziehung aufrechtzuerhalten?
Und das bedeutet:
Auch nach dem Beziehung öffnen sind Eifersucht, Angst, Selbstwertprobleme und Verletzungen möglich und sogar wahrscheinlich, die viele Konflikte zwischen euch beiden hervorrufen können. Darunter wird im Nachgang auch die Affäre leiden, selbst Kinder können durch häufigen Streit ihrer Eltern sehr leiden.
Bevor du jetzt lange darüber grübelst, hole dir lieber meinen kostenlosen Grübelstopper und lese dann darunter weiter, woran du erkennen kannst, ob du dir mit deinem Wunsch nach Öffnung der Beziehung selbst was vormachst.
Frag dich:
„Wenn es KEINE Möglichkeit einer offenen Beziehung gäbe – würde ich unsere Beziehung trotzdem weiterführen wollen?“
Wenn ja, dann kann es sinnvoll sein, über eine Öffnung deiner Beziehung nachzudenken und es in der Ehe anzusprechen.
Wenn du jedoch deine emotionale und sexuelle Distanz spürst und dich nicht mehr liebevoll sowie respektvoll auf die Person einlassen kannst, mit der du verheiratet oder lange in fester monogamer Beziehung bist, dann solltest du dich entweder trennen oder an der Qualität eurer Beziehung arbeiten.
Viele Menschen hängen genau da seit Monaten oder sogar Jahren fest.
Wenn du alleine damit einfach nicht weiterkommst, dann hole dir Hilfe.
Eine neutrale Person mit wertfreier Haltung kann die lange Qual beenden und mit Einzelgesprächen oder einer Paartherapie die Entscheidung erleichtern.
Warum?

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Häufig liegen die Gründe einer fehlenden Bereitschaft, sich tiefer in die langjährige Beziehung oder Ehe einzulassen, in massiven Vertrauensproblemen, ungelösten Konflikten oder sexueller Frustration. Bei all dem können Einzelgespräche oder eine Paartherapie helfen, die Probleme zu lösen.
In diesem Falle ist eine Öffnung der Beziehung jedoch selten eine Reparaturmaßnahme. Eure ohnehin schon belastete Beziehung wird nur noch komplexer.
Das bedeutet:
Wenn du deine Beziehung öffnen und damit glücklich werden willst, sollte sie stabil sein und ihr beide sagen können: „Unsere Beziehung funktioniert – und ich möchte sie um eine Erfahrung erweitern.“
Wenn du aber eine offene Beziehung brauchst, um glücklich zu sein, und der/die andere sexuelle Exklusivität braucht, um sich in einer Partnerschaft wohlzufühlen, dann kann eine respektvolle Trennung langfristig weniger schmerzhaft sein als ein Kompromiss, bei dem eine Person von beiden dauerhaft gegen die eigenen Bedürfnisse lebt.
Allerdings wirst du nur abschätzen können, ob du dich wirklich mit einer offenen Beziehung glücklicher fühlen wirst als jetzt, wenn du diese Frage beantworten kannst:
Was passiert danach, wenn ihr tatsächlich die Beziehung geöffnet habt?
Das erkläre ich dir jetzt.
Fangen wir mit den schönen Dingen an.
Welche Vorteile hat eine offene Beziehung für euch beide?
Du kannst zwei Erkenntnisse aus dieser Liste gewinnen:
- Wenn IHR BEIDE die Beziehung öffnen wollt – und keine Person nur aus Verlustangst zustimmt - dann kann eine offene Beziehung euch reicher machen als Rockefeller. Nicht an Geld, aber an tiefen Erfahrungen, die euch persönlich weiterbringen als eine Weltreise.
- Du kannst durch diese Liste erkennen, ob du im Falle einer nicht funktionierenden Öffnung der Beziehung auf diese Vorteile zu verzichten bereit bist oder dich dann trennen würdest.
Los geht’s.
1. Der Druck auf eure Beziehung kann geringer werden
Wir erwarten von unserem Beziehungsmenschen die Einnahme vieler Rollen:
- Vertraute/r.
- Beste/r Freund/in.
- Lebenspartner/in.
- Familienmensch.
- Leidenschaftliche/r Liebhaber/in.
Und diese Person soll genau dieselben sexuellen Bedürfnisse haben wie wir.
Das ist verdammt viel für einen einzigen Menschen – und kann überfordern.
In einer offenen Beziehung muss nicht mehr ein einziger Mensch all diese Bedürfnisse alleine erfüllen.
Das kann entlastend sein – vorausgesetzt, diese verringerte Erwartungshaltung und Freiheit fühlt sich für euch beide gut an.
2. Du kannst sexuelle Bedürfnisse ausleben, die in deiner Beziehung zu kurz kommen
Das ist besonders hilfreich, wenn du häufiger Sexualität leben möchtest als dein/e Partner/in. Wenn du Fantasien oder Vorlieben hast, die dein Beziehungsmensch nicht mit dir teilen möchte. Oder eure Sexualität sich im Laufe der Jahre unterschiedlich entwickelt hat.
In einer monogamen Beziehung geratet ihr beide in ein Dilemma: Eine Person wünscht sich etwas, die andere möchte es nicht – und immer muss jemand Bedürfnisse und Grenzen unterdrücken.
Beispiel gefällig?
Eine Frau wollte es so gerne oral, aber ihr Partner ekelte sich. Sie erlebte keine Befriedigung. Nach häufigem Streit, immer stärker werdendem Druck und seltenerer Sexualität hielt die Frau es nicht mehr aus und trennte sich.
Eine offene Beziehung kann diesen Druck verringern.
Dein/e Partner/in muss nicht alles erfüllen, was du dir sexuell wünschst. Und umgekehrt gilt das natürlich auch für dich.
3. Du kannst wieder dieses aufregende Kribbeln erleben
Du sehnst dich sehr danach:
Eine Nachricht – und plötzlich wird dir wohlig-flau im Bauch. Vor einem Date überlegst du dreimal, was du anziehst. Und eine zufällige Berührung ist aufregender als später ein ganzer Abend im Bett.
In einer langjährigen Beziehung verschwindet das zwangsläufig.
Vertrautheit entsteht – und das ist wunderbar.
Doch mit der Vertrautheit verschwindet ein Teil der Spannung des Neuen.
Das Bedürfnis nach prickelnden Erlebnissen haben viele Menschen.
Deshalb siehst du in immer mehr Großstädten Kinky-Partys als aus dem Boden sprießen als Maulwurfhügel in deinem Garten. Und selbst in kleineren Städten gibt es Swinger-Clubs.
Eine offene Beziehung kann dir ermöglichen, Abenteuer zu erleben, ohne dafür deine bestehende Partnerschaft aufzugeben.
4. Du kannst neue Seiten an dir entdecken
Du denkst, du weißt genau, was dir sexuell gefällt – und was nicht.
Aber dann begegnest du einer Person, mit der plötzlich etwas ganz anderes entsteht.
Neue Menschen können neue Seiten in dir zum Vorschein bringen. Du kannst herausfinden, welche Wünsche du hast, wo deine Grenzen liegen und was du jahrelang gar nicht vermisst hast, weil du es noch nicht kanntest.
Eine offene Beziehung kann deshalb auch eine Reise zu deiner eigenen Sexualität sein.
Sie kann auch dabei helfen, deine sexuelle Orientierung zu finden. Wenn du in einer Zeit groß geworden bist, in der Homosexualität noch nicht so offen gelebt werden konnte wie heute, kann für dich jetzt die Zeit zur Selbstfindung gekommen sein.
5. Du kannst dich freier fühlen, ohne deine Beziehung aufgeben zu müssen
Du liebst die Sicherheit und Verbundenheit deiner Partnerschaft und möchtest dich gleichzeitig nicht für den Rest deines Lebens sexuell ausschließlich auf einen Menschen festlegen, um Neues und Abenteuer erleben zu können.
Es wirkt so, als würden sich die beiden Bedürfnisse nach Bindung und Freiheit widersprechen.
Und doch sind sie beide in dir.
Wenn es deinem Beziehungsmenschen gelingt, freiwillig bei dir zu bleiben, ohne sich selbst zu verbiegen, obwohl du mit einem anderen Menschen etwas teilst, was ihr bisher nur in eurer Beziehung gelebt habt, dann kannst du das als einen sehr großen Liebesbeweis ansehen.
Denn du wirst geliebt, mit all dem, was dich ausmacht, auch mit allen Widersprüchen.
Und es wird noch besser.
6. Du kannst deine/n Partner/in plötzlich wieder mit anderen Augen sehen
Es könnte dich überraschen, aber manchmal merkst du gerade durch das Einlassen auf einen anderen Menschen, was du an deinem Beziehungsmenschen hast.
Und dann stellst du fest:
Mit diesem Menschen kann ich lachen wie mit keinem anderen.
Er kennt mich wirklich.
Bei ihm fühle ich mich sicher.
Mit ihm möchte ich alt werden.
Was im Alltag längst selbstverständlich geworden ist, kann durch den Kontrast plötzlich wieder sichtbar und wertvoll werden.
7. Eure eigene Sexualität kann neuen Schwung bekommen
Manche Paare erleben nach der Öffnung ihrer Beziehung auch miteinander wieder mehr Lust.
Neue Erfahrungen können deine Fantasien anregen. Das Gefühl, von anderen begehrt zu werden, kann das eigene Selbstbewusstsein stärken. Und es könnte sogar eine ganz neue erotische Spannung in deiner langjährigen Beziehung entstehen.
Aber reden wir hier über die noch viel wichtigere Sache:
Das kann - muss aber nicht passieren.
Denn eine offene Beziehung ist kein zuverlässiges Mittel gegen sexuelle Langeweile in der Ehe.
Doch zurück zu den Vorteilen.
8. Die ungeahnte Möglichkeit, euch gegenseitig besser kennen zu lernen als je zuvor
Es reicht nicht aus, einfach nur zu sagen: „Dann schlafen wir eben auch mit anderen.“
Denn stell dir mal vor:
Plötzlich tauchen Fragen auf, über die ihr noch nie gesprochen habt.
Hier ein paar Beispiele:
Was darf passieren?
Was möchtest du wissen?
Was möchtest du lieber nicht wissen?
Darf ich mich mehrmals mit derselben Person treffen?
Darf ich dort übernachten?
Und was passiert, wenn ich mich verliebe?
Ja, solche Gespräche können anstrengend sein.
Aber sie können euch auch dazu bringen, ehrlicher über eure Bedürfnisse, Ängste und Grenzen nachzudenken und zu sprechen.
Und wenn euch das nach dem Beziehung öffnen gelingt, dann kann es noch viel mehr Nähe in eurer Ehe bewirken.
Allerdings sollte eine offene Beziehung für beide gelten.
Gleiches Recht für alle.
Ist dir wirklich klar, was das bedeutet?
Ich verrate dir jetzt, was der größte ungeahnte emotionale Stolperstein für dich sein kann.
Und das ist nur einer von acht.
Welche Nachteile hat eine offene Beziehung für euch beide?
1. Ungeahnte Belastungen für den Menschen, welcher die Beziehung öffnen will
Eine offene Beziehung kann Gefühle hervorrufen, von denen du vorher überzeugt gewesen bist, sie locker wegstecken zu können.
Und dann kommt alles ganz anders.
Wenn dein/e Partner/in plötzlich frisch geduscht und gut gelaunt vor dir sitzt, weil gleich ein Date ansteht – und dein Magen sagt dir: „Mir wird schlecht.“ Obwohl dein Kopf dir sagt: „Ich wollte es doch so!“
Plötzlich bist du die Person, welche eifersüchtig reagiert, Verlustangst verspürt und an dir zweifelt.
Und du reibst dich an diesen Punkten, bis sie nicht nur wund, sondern auch schmerzhaft offen sind.
Beim Beziehung öffnen ist für den Umgang miteinander wichtig, dir schon jetzt diese unbequeme Frage zu stellen:
„Wie würde es mir wirklich gehen, wenn mein Beziehungsmensch die Freiheit einer offenen Beziehung genauso nutzt wie ich?“
Stelle es dir konkret vor:
Er macht sich am Samstagabend schick. Freut sich auf das Date. Verabschiedet sich von dir – und kommt erst am nächsten Morgen wieder.
Denn die Vorteile einer offenen Beziehung wirst du gern genießen wollen.
Aber kannst du auch mit diesen Konsequenzen leben?
2. Die emotionalen Risiken einer offenen Beziehung
Denkst du, mit der Öffnung der Beziehung die eifersüchtigen Reaktionen loszuwerden?
Da muss ich dich enttäuschen.
Eifersucht tritt auch bei Paaren auf, die polyamorös leben.
Warum ist das so?
Weil auch offenes Reden über Treffen mit anderen Menschen zu Verlustängste führen kann.
Zu erkennen an dieser typischen Frage:
„Was ist, wenn die dritte Person attraktiver, interessanter oder sexuell passender empfunden wird?“
Und aus einem ursprünglich rein sexuellen Kontakt können Gefühle und eine emotionale Bindung entstehen, die nicht so geplant war und sich plötzlich zur Konkurrenz entwickelt.
Das kann das Konfliktpotential schneller anwachsen lassen als deine Pflanzen im Garten.
Und das bewirkt den nächsten Nachteil.
3. Häufiger Trugschluss: Offene Beziehungen verringern das Risiko von Verletzungen
Wer darf was mit wem, wie oft, wo und wann?
Ihr habt beim Beziehung öffnen eure Regeln detailliert aufgestellt.
Und dann passiert folgendes:
Ihr könnt nicht jede Situation vorhersehen.
Hier ein Beispiel:
Ein Klient hatte mit seiner Frau vereinbart: Sexueller Kontakt ist ok, Übernachtung aber nicht.
Und dann schlief er nach dem Sex ein.
Zu Hause stand der Haussegen danach schiefer als der Eifelturm.
Beziehungen sind kompliziert und Kommunikation ist schwierig.
Es kann Missverständnisse geben, wie eine Vereinbarung zu interpretieren ist.
Und dann erntest du statt süßer Früchte plötzlich den Satz:
„Wir hatten besprochen, was nicht erlaubt war! Du hast mich so verletzt, wie soll ich dir noch vertrauen?!“
Und welche gravierenden Gefahren das auch noch nach sich ziehen kann, beschreibe ich dir im letzten Punkt dieser Liste von Nachteilen.
Aber du denkst jetzt:
Wenn es uns nicht gefällt, könnt wir einfach wieder damit aufhören und zur Monogamie zurückkehren.
Täusche dich nicht!
Denn die Verletzungen und entstandene Gefühle lassen sich nicht einfach wieder rückgängig machen. Das kann genauso schwer werden wie ein Fremdgehen verzeihen.
Und es kann noch schlimmer kommen.
4. Menschen in einer offenen Beziehung sind NICHT ehrlicher
Auch in offenen Beziehungen wird betrogen.
Wenn du einer Regel nur zähneknirschend zugestimmt hast.
Oder die dritte Person im Bunde Druck macht, weil sie mit einer Regel überhaupt nicht einverstanden ist.
Sie will sich damit nicht abfinden. Es kommt immer wieder zu Diskussionen.
Oder es gibt zwar Regeln, aber du kennst das:
Verbotenes reizt.
Dann können vereinbarte Grenzen überschritten und anschließend verschwiegen werden.
Wenn du schon jetzt das Gefühl hast, dir wird etwas verheimlicht, dann hole dir mein kostenloses E-Book, bevor du den verblüffenden nächsten Nachteil einer offenen Beziehung hier drunter erfährst:
5. Trotz offenem Reden und beidseitigem Einverständnis kann mehr Distanz in der Ehe entstehen
Für die meisten Menschen gehört ein Gefühl von Exklusivität dazu, um sich in einer Beziehung wertgeschätzt und begehrt zu fühlen.
Diese Exklusivität kann sich auf verschiedene Bereiche beziehen.
Was gehört für dich dazu?
Manche Menschen öffnen ihre Beziehung sexuell, aber nicht emotional. Der Beziehungsmensch soll weiterhin die Person bleiben, mit der in erster Linie sich emotional geöffnet wird.
Frauen ist der emotionale Kontakt häufig noch wichtiger als der sexuelle Kontakt in ihrer Beziehung.
Deshalb beklagen Frauen häufiger eine emotionale Affäre.
Andere wollen die Intimität im Bett nur miteinander teilen.
Für Männer hat die sexuelle Aktivität häufig einen höheren Stellenwert in ihren Beziehungen als die emotionale Nähe.
Deshalb verstehen viele nicht, weshalb sich Partnerinnen betrogen fühlen, wenn ein emotional tiefer Kontakt zu einer anderen Frau besteht, mit der keine Sexualität gelebt wird.
Worauf sich das Bedürfnis nach Exklusivität bezieht, hängt aber nicht nur vom Geschlecht ab, sondern kann so vielfältig sein, wie es Paare mit offenen Beziehungen gibt.
Wenn es weniger Bereiche gibt, in denen sich eine Person als vorrangig und exklusiv empfindet, kann das die emotionale Sicherheit in der Beziehung schmälern und die Distanz in der Ehe vergrößern.
Eine Klientin erzählte mir von ihrer Eifersucht, die durch die Angst entstand, ausgetauscht zu werden. Sie hatte zwar der offenen Beziehung zugestimmt und auch selbst was mit jemandem angefangen, aber ihr Mann unternahm in ihren Augen zu viel mit seiner Außenbeziehung.
6. Durch das Beziehung öffnen kann die Ehe ungeahnt untergraben werden
Du kann anfangen, die Sexualität, Attraktivität, den Körper oder die Persönlichkeit deines Beziehungsmenschen mit der außenstehenden Person zu vergleichen.
Und die Affäre kann aufregender sein als der spannendste Thriller. Gegen das Hochgefühl wirkt eine langjährige Ehe mit Alltag, Verpflichtungen und Routinen langweilig.
Du fühlst dich immer stärker zur Affäre hingezogen.
Das kommt der außenstehenden Person gerade recht.
Denn sie will viel lieber eine monogame Beziehung mit dir als eine offene Beziehung, in der sie dich mit dem Menschen teilen muss, mit welchem du schon lange zusammen oder verheiratet bist.
Es klappt:
Du trennst dich.
Deine Affäre wird deine neue feste Beziehung.
Bis dir dort auch etwas fehlt, du dir mehr Freiheit wünscht oder einfach ein bezaubernder anderer Mensch in dein Leben tritt.
Und obwohl das wenig Spaß macht, beginnt das ‚Spiel‘ von vorn.
7. Organisatorische Probleme in einer offenen Beziehung und ihre Folgen
Was ist, wenn ihr beide nicht gleich viele Möglichkeiten habt, eure Freiheit zu leben?
Wenn eine Person ständig Dates hat und die andere kaum jemanden findet, bei der es zeitlich oder auch auf der Wellenlänge und Attraktivität passt, kann das sehr frustrieren und zu Selbstzweifeln führen.
Dates, Nachrichten und neue Bekanntschaften benötigen Zeit und Aufmerksamkeit, die der bestehenden Partnerschaft fehlen können.
Besonders kompliziert kann es werden, wenn Freunde, Kollegen oder Bekannte beteiligt sind oder andere von der offenen Beziehung erfahren.
Das kann nicht nur deine Ehe, sondern auch den Freundeskreis sprengen.
Familienangehörige und Freunde ergreifen schnell Partei und weisen Schuld zu.
Dann steht die Person, welche die Beziehung öffnen wollte, danach allein da.
8. Langanhaltende Gefahren für dich
Mit zusätzlichen Sexualpartnern steigt grundsätzlich die Bedeutung von Safer Sex, Tests und transparenter Kommunikation über mögliche Infektionsrisiken.
Und ich hatte dich schon darauf hingewiesen: vereinbarte Regeln werden auch mal untergraben.
Es ist also kein ausreichender Schutz vor Infektionen, wenn ihr darüber offen redet und Vereinbarungen trefft.
Geschlechtskrankheiten können nicht nur unangenehm sein. Die Folgen von HIV sind zwar eindämmbar, aber Aids ist noch immer nicht heilbar.
Fazit:
Ob es sinnvoller ist, eine Beziehung zu öffnen oder sich zu trennen, hängt vor allem davon ab, warum der Wunsch nach einer offenen Beziehung entstanden ist.
Eine Öffnung kann eine bestehende Beziehung erweitern – sie eignet sich aber nur selten dazu, eine grundsätzlich nicht mehr funktionierende Beziehung zu retten.
Eine Beziehung wie ein gutes Team oder wie Geschwister zu führen und eine weitere für Nähe und Sex - das funktioniert meist nicht.
Und wenn du deine Ehe nicht unnötig schädigen willst, solltest du diese Bedingungen für offene Beziehungen zu erfüllen bereit sein:
- Ehrlicher Austausch, keine Geheimniskrämerei
- Beide sind einverstanden, kein Zwang
- Gleiches Recht für beide.
- Bereitschaft zur Aushandlung von Regeln
- Bereitschaft zur wiederholten Auseinandersetzung mit Eifersucht
- Bereitschaft, an zwei Beziehungen zu arbeiten: an deiner Ehe und an der Außenbeziehung
Wenn du jetzt feststellst, du willst gar keine offene Beziehung oder dir wird die Zustimmung dazu verweigert, dann solltest du jetzt in einer Dreiecksbeziehung eine Entscheidung treffen.
Gehe deinen Weg, jetzt!
Viel Erfolg dabei wünscht dir
Deine Petra
Was ist dein Problem? Warum überlegst du, deine Beziehung zu öffnen? Wo kommst du nicht weiter? Ich freue mich auf deine Geschichte im Kommentar.
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